Gesund durch den Wechsel

Gesund durch den Wechsel

Die Bedeutung der Hormone

Die Monatsblutung bleibt immer öfter aus und wird abgelöst von Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen. Doch im Körper verändert sich durch den hormonellen Umbruch in den Wechseljahren noch viel mehr. Wie man möglichen Risiken wie Herz- und Gefäßerkrankungen oder Osteoporose bestmöglich begegnet, weiß der Gynäkologe. Er hat die Gesundheit seiner Patientin fest im Blick und kann eine individuelle Behandlung verordnen. Kommt eine Hormonersatztherapie (HRT) infrage, sollte diese möglichst früh begonnen werden.

Sie sind nur in kleinsten Mengen nachzuweisen, doch sind die Hormone aus dem Takt, gerät oft der ganze Mensch in eine Schieflage. So können auch die hormonellen Veränderungen der Wechseljahre zu gesundheitlichen Problemen führen. Denn die Sexualhormone erfüllen wichtige Funktionen im Körper der Frau.

Progesteron – wichtig für Schlaf und Seele

Das Gelbkörperhormon Progesteron ist nicht nur wichtig für den Erhalt einer Schwangerschaft, sondern hat obendrein einen günstigen Einfluss auf die Stimmung und den Schlaf. Sinkt in den Wechseljahren der Progesteronspiegel, sind oft Schlafstörungen und seelische Verstimmungen die Folge. Da Progesteron zudem an der Regulation des Wasserhaushaltes beteiligt ist, kann es zu Wassereinlagerungen und Brustspannen kommen, wie viele Frauen es schon im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus kennen.

Östrogene schützen das Herz und die Gefäße

Zusammen mit dem Progesteron steuern Östrogene den weiblichen Zyklus. Sie sind auch verantwortlich für Schönheitsattribute wie gesundes, glänzendes Haar, eine straffe Haut und übernehmen wichtige Schutzfunktionen für die Gesundheit der Frau. Durch die Östrogene werden die Gefäße erweitert und der Blutfluss erleichtert – wodurch der Blutdruck sinkt und Gefäßverkalkung entgegengewirkt wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Mit den abfallenden Hormonspiegeln steigt bei vielen Frauen auch der Blutdruck. Während Frauen bis zur Lebensmitte viel seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind als Männer, nimmt das Risiko nach dem Wechsel deutlich zu.1

Einfluss auf den Stoffwechsel und die Knochen

Auch im Stoffwechsel spielen Östrogene eine wichtige Rolle. Sie wirken sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus, beeinflussen den Zuckerstoffwechsel und schützen vor Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2.2,3 Der Einfluss von Östrogenen auf die Knochendichte wurde wissenschaftlich ebenfalls eingehend unter-sucht. Wie eine Studie mit 390 Frauen im schwedischen Malmö zeigte, ist das Risiko für Osteoporose umso höher, je früher die Wechseljahre einsetzen.4

Übergewicht – Freispruch für die Hormone

Anders als oft vermutet wird, sind nicht die Hormone schuld an einer Gewichtszunahme in den Wechseljahren. Vielmehr sinkt altersbedingt der Energieumsatz des Körpers. Wird dann die tägliche Kalorienzufuhr nicht an den niedrigeren Bedarf angepasst oder die körperliche Aktivität erhöht, ist zunehmendes Übergewicht die logische Konsequenz.

Frühzeitig den Frauenarzt aufsuchen

Mit Blick auf die möglichen Auswirkungen eines Hormonmangels ist es wichtig, dass Frauen frühzeitig ihren Gynäkologen aufsuchen. Als Experte für Frauengesundheit kann er gegebenenfalls eine individuell auf die Patientin zugeschnittene Hormonersatztherapie (HRT) verordnen, die dem Körper zurückgibt, was er selbst nicht mehr produzieren kann. Wichtig ist ein frühzeitiger Beginn – im Optimalfall innerhalb von 10 Jahren nach der letzten Regelblutung – damit Frauen langfristig von einer Besserung ihrer Beschwerden und positiven Effekten auf ihre Gesundheit profitieren können.5

Dem Körper zurückgeben, was ihm fehlt

Bei der HRT setzen Frauenärzte heute bevorzugt auf die transdermale Darreichungsform. Die Kombination von äußerlich als Gel anzuwendendem Östradiol und natürlichem Progesteron bietet zahlreiche Vorteile. Die Leber wird durch die äußere Anwendung nicht belastet, das Thromboserisiko gemäß Beobachtungsstudien nicht erhöht.5
Während der schlaffördernde Effekt von Progesteron schon lange bekannt ist6, scheint aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge auch transdermal angewandtes Östradiol einen positiven Einfluss auf den Schlaf zu nehmen.7

Weitere Informationen unter www.hormontherapie-wechseljahre.de.

Quellen:

16. Weltkongress der International Menopause Society (IMS), 6.-9. Juni 2018, Vancouver (Kanada)

Literatur:

  1. Muka T et al. JAMA Cardiol. 2016; 1(7):767-776. doi:10.1001/jamacardio.2016.2415
  2. Kuhl H. Dtsch Arztebl 1996; 93(17): A-1116 / B-948 / C-891
  3. Muka T et al. Diabetologia 2017; 60: 1951. https://doi.org/10.1007/s00125-017-4346-8
  4. Svejme O et al. BJOG 2012; 119:810–816. https://doi.org/10.1111/j.1471-0528.2012.03324.x
  5. Menopause. 2017 Jul;24(7):728-753. doi: 10.1097/GME.0000000000000921.
  6. Caufriez et al. J Clin Endocrinol 2011; 96(4):E614-23
  7. Cintron et al. Menopause 2018; 25(2):145-153